Frauen der Massai werden in organischem Landbau ausgebildet.

Unser Projektpartner hierbei ist SACDEP.

Diese Abkürzung steht für "Sustainable Agriculture Community Development Programme".

 

Was ist SACDEP?

Der Kenianer Joseph Ngugi Mutura gründete die Vereinigung 1993 mit dem Ziel, Kleinbäuerinnen die Selbsthilfe mit organischem Landbau zu ermöglichen. Seine Grundidee war es, den "unglaublichen Reichtum Afrikas" und die eigenen Ressourcen zu erkennen und nachhaltig zu nutzen. Bis heute hat SACDEP über 200.000 Familien erreicht. Sie bauen lokale Wirtschaftskreisläufe nach sozialen und ökologischen Grundsätzen auf und schaffen so Ernährungssicherheit und -souveränität.

Es wurde ein College für kleinbäuerlichen organischen Landbau gegründet. Die reguläre Ausbildung von Agronomen in Kenia ist weitestgehend auf das Betreiben industrieller Landwirtschaft ausgerichtet. Dieses praktisch orientierte College mit seiner ökologischen Ausrichtung ist das erste seiner Art in diesem Land. Unter der Maßgabe der Nutzung verfügbarer Ressourcen, geringer Eingangskosten, angepasster Technologien, kleiner, auf Ernährungssicherheit und Dürreresistenz ausgelegter Landwirtschaft mit dem Erhalt großer Biodiversität wird so für ein Afrika ohne Hunger gearbeitet.

Muturu wurde zum Botschafter der Afrikanischen Union für organische Landwirtschaft ernannt.

 

Nähere Informationen zu SACDEP finden Sie hier.

Dieses Konzept hat uns überzeugt!

 

Daher fördern wir derzeit die Ausbildung von 21 Frauen der Massai zu Kleinbäuerinnen. Sie werden so befähigt, ökologischen Landbau auf einem Grundstück zu betreiben, das sie hierfür von SACDEP zur Verfügung gestellt bekommen. Hier beteiligen wir uns bei der Anschaffung von Wassertanks.

 

Die Finanzierung des Studiums für einige interessierte und geeignete junge Frauen und Männer an dem College ist beabsichtigt.

 

 

Die folgenden Fotos entstanden bei der theoretischen und praktischen Schulung: bei der Bereitung des Düngers, beim Anpflanzen und Ernten.

Die Beteiligten sind berechtigt stolz auf ihre Leistung bei der erfolgreichen Schulung.

 

Unterhalb der Fotos steht ein kurzer Bericht über den Anfang des Kurses im Jahr 2019.

 

 

Die drei Mitglieder des Leitungskomitees der Gruppe "Selenkei Women Organic Farmers" haben an einem Einführungsworkshop in Biodynamischer Landwirtschaft in Nairobi teilgenommen.

 

Im Anschluss fand ein weiterer Workshop in Selenkay statt. Dabei nahmen alle 21 Mitglieder der Massai Frauengruppe teil.

 

Am ersten Tag gab es zuerst eine Vorstellungsrunde; danach folgte eine Einführung über Grundlagen des ökologischen Anbaus wie bspw. Kompost, Bodenfruchtbarkeit, Jungpflanzenanzucht, Pflanzenfamilien und Anbauplanung, Pflanzenpflege u.a. mehr.

Im praktischen Teil wurden Jungpflanzen im Folienhaus gepflanzt, Saatgut ausgesät und ausführlich die Pflege der Pflanzen besprochen.

 

Am zweiten Tag wurden weitere Themen wie Saatgut, Kompost- und die CPP-Herstellung besprochen. (CPP: Cow Pit Patty – ein biodynamischer Dünger)

 

Ein weiterer Schwerpunkt war Gemüsevielfalt und gesunde Ernährung für Schwangere, junge Mütter und Kleinkinder. Für die Frauen schien es vollkommen neu zu sein, dass die Ernährung während der Schwangerschaft einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat. Es entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch und die Frauen erzählten, wie sie sich während der Schwangerschaft ernähren, um möglichst kleine Kinder zur Welt zu bringen.

 

Im praktischen Teil wurde das CPP Präparat wirklich hergestellt. Der so präparierte Mist wird der Frauengruppe in etwa 2-3 Monaten zur Verfügung stehen. Danach wurde aus unterschiedlichen trockenen Materialien ein Komposthaufen aufgesetzt. Jede Frau hatte von zuhause ein Gefäß mit trockenem Ziegen- und Kuhdung und einen Kanister Wasser für den Kompost mitgebracht. Bei all diesen Arbeiten musste improvisiert werden, es gab z.B. keine Werkzeuge.

 

Im Abschlussgespräch äußerten sich die Massaifrauen positiv über den Verlauf des Kurses. Gemüseanbau ist in Selenkay momentan sehr schwierig. Seit Monaten hatte es in der Gegend nicht mehr geregnet. Am Vorabend des Kursbeginns gab es die ersten Niederschläge. In den Folgetagen kam es immer wieder zu Regenfällen. Insgesamt blieben die Regenfälle bis Anfang Mai weit unter den sonst üblichen Niederschlägen.“

  

Zum Glück verfügt die Schule durch das Bohrloch und die Tanks dennoch über ausreichend Wasser.